Warum sich Handwerk wieder lohnen muss – und wie Betriebe das selbst beeinflussen können
Handwerk ist systemrelevant. Ohne Handwerker funktioniert kein Wohnraum, keine Infrastruktur, keine Energiewende und kein gesellschaftlicher Standard, wie wir ihn in Deutschland gewohnt sind. Und trotzdem gehört das Handwerk seit Jahren zu den am wenigsten wertgeschätzten Bereichen unserer Gesellschaft.
Genau hier setzt unsere Mission an: Wir möchten dazu beitragen, dass sich Handwerk wieder lohnt – für Mitarbeitende, für junge Menschen, für Inhaberinnen und Inhaber und letztlich für die gesamte Gesellschaft.
Das Problem: Hoher Wert, geringe Wertschätzung
Viele Handwerker leisten täglich körperlich anspruchsvolle, hochqualifizierte Arbeit. Trotzdem hält sich hartnäckig das Bild, dass akademische Berufe „mehr wert“ seien als handwerkliche. Dieses Denken beginnt oft schon früh – in Schulen, in der Berufsorientierung und im gesellschaftlichen Vergleich.
Die Folge:
- Nachwuchs fehlt
- Fachkräfte wandern in Industrie oder andere Branchen ab
- Betriebe kämpfen mit steigenden Kosten und sinkender Attraktivität
Dabei ist der tatsächliche Mehrwert des Handwerks enorm. Der hohe Lebensstandard, den wir in Deutschland gewohnt sind, basiert maßgeblich auf funktionierender handwerklicher Arbeit.
Attraktives Handwerk beginnt bei wirtschaftlichem Erfolg
Ein zentraler Hebel, um das Handwerk wieder aufzuwerten, ist die Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Denn nur wer gut verdient, kann:
- faire und attraktive Gehälter zahlen
- in moderne Werkzeuge, Fahrzeuge und Arbeitsmethoden investieren
- ein positives Arbeitsumfeld schaffen
- langfristig Mitarbeitende binden
Die entscheidende Frage lautet daher: Wie kommen Handwerksbetriebe zu lukrativen Aufträgen, die sich wirklich lohnen?
Außenwahrnehmung entscheidet über Preise und Erfolg
Viele Betriebe leisten hervorragende Arbeit – kommunizieren das aber nicht. Kunden sehen dann nur den Preis, nicht den Wert. Genau hier setzt moderne Positionierung und Marketing an.
Wenn ein Betrieb:
- als professionell, zuverlässig und hochwertig wahrgenommen wird
- sichtbar in der Region ist
- klar zeigt, wofür er steht
dann werden auch höhere Preise akzeptiert. Diese zusätzlichen Einnahmen fließen direkt zurück in den Betrieb – und zu den Mitarbeitenden.
Der Kreislauf: Warum alles zusammenhängt
Handwerk funktioniert wie ein Kreislauf:
- Starke Außenwirkung & gute Positionierung
- Lukrative Aufträge statt Preiskampf
- Höhere Gehälter & bessere Arbeitsbedingungen
- Attraktivere Arbeitgebermarke
- Mehr und bessere Mitarbeitende
- Stabilere Betriebe & nachhaltiges Wachstum
Wenn dieser Kreislauf einmal in Gang kommt, profitieren alle Beteiligten: Betriebe, Mitarbeitende, Nachwuchs – und die Gesellschaft insgesamt.
Verantwortung beginnt im Betrieb selbst
Natürlich spielen politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen eine Rolle. Doch unabhängig davon können Betriebe selbst aktiv werden. Jeder Handwerksbetrieb kann:
- seine Außendarstellung verbessern
- den eigenen Wert klar kommunizieren
- Strukturen schaffen, die Arbeit erleichtern
- eine Kultur aufbauen, in der Menschen gerne arbeiten
Wer heute sichtbar, professionell und wertschätzend auftritt, wird auch morgen bestehen.
Fazit: Handwerk hat Zukunft – wenn wir sie aktiv gestalten
Handwerk ist kein Auslaufmodell. Im Gegenteil: Gute Handwerksbetriebe werden in Zukunft gefragter und besser bezahlt sein als viele klassische Akademikerberufe.
Der Schlüssel liegt darin, den eigenen Wert zu erkennen, sichtbar zu machen und konsequent danach zu handeln. Denn nur wenn Handwerk wirtschaftlich stark ist, kann es auch gesellschaftlich stark sein.






