Ein Kunde, dessen Heizung ausfällt, googelt einen Betrieb. Ein Hausbesitzer, der über ein neues Bad nachdenkt, scrollt durch Instagram. Beide erreichen Sie mit Online-Werbung, aber auf unterschiedlichem Weg und zu unterschiedlichen Kosten. Dieser Beitrag vergleicht Google Ads und Facebook- und Instagram-Werbung (Meta Ads) für Handwerksbetriebe: Klickpreise, Budget, Anfragequalität und die Rechnung, die am Ende zählt.
Kurz gesagt: Bei Google zahlen Sie mehr pro Klick, erreichen aber Menschen, die gerade suchen. Bei Facebook und Instagram ist der Klick günstiger, aber die Nachfrage muss erst geweckt werden. Welcher Kanal pro Auftrag günstiger ist, hängt von Ihren eigenen Quoten ab. Mit dem Rechner weiter unten testen Sie das.
Google Ads und Facebook-Werbung auf einen Blick
| Kriterium | Google Ads | Facebook und Instagram (Meta Ads) |
|---|
| Wer wird erreicht? | Menschen, die aktiv nach einer Leistung suchen | Menschen im Feed, die nicht gezielt suchen |
| Abrechnung | meist pro Klick | meist pro 1.000 Einblendungen (CPM) oder pro Klick |
| Typischer Preis im Handwerk | Klick etwa 2 bis 6 Euro | Klick etwa 0,50 bis 1,30 Euro, 1.000 Einblendungen etwa 6 bis 12 Euro |
| Einstiegsbudget | kein Mindestbudget, Empfehlung für lokale Betriebe 300 bis 500 Euro im Monat | ab 1 Euro am Tag möglich, empfohlen 15 bis 30 Euro pro Tag und Anzeigengruppe |
| Stärke | hohe Kaufabsicht, Anfragen schon nach kurzer Zeit | günstige Reichweite, Bilder und Videos, Projekte mit Vorlauf |
| Schwäche | teure Klicks bei umkämpften Suchbegriffen | Anfragen oft weniger entschlossen |
| Passt besonders für (Einschätzung) | Notdienst, Reparatur, Austausch | Bad, Photovoltaik, Terrassendach, Mitarbeitergewinnung |
Was kosten Google Ads und Facebook-Werbung im Handwerk?
Beide Plattformen funktionieren als Auktion: Sie legen ein Budget fest, und die Plattform entscheidet bei jeder Gelegenheit, wessen Anzeige erscheint. Der Unterschied liegt darin, wofür Sie zahlen.
Google Ads: Sie zahlen für den Klick
Bei Suchanzeigen zahlen Sie, wenn jemand auf Ihre Anzeige klickt. Für das Handwerk nennen Auswertungen Klickpreise von etwa 2 bis 6 Euro, einzelne Suchbegriffe liegen je nach Gewerk, Region und Wettbewerb deutlich darüber oder darunter. Ein Mindestbudget gibt Google nicht vor. Mit einem Tagesbudget von 10 Euro geben Sie im Monat rund 304 Euro aus, denn Google rechnet mit 30,4 Tagen. Wie Sie eine lokale Kampagne aufsetzen, steht im Leitfaden Google Ads für Handwerker.
Facebook und Instagram: Sie zahlen für Reichweite
Hier rechnen Plattform und Agenturen meist mit dem Preis pro 1.000 Einblendungen. Für Handwerk und Dienstleistung nennt Ostend Digital etwa 6 bis 12 Euro, bei Klickpreisen von 0,50 bis 1,30 Euro und einer Klickrate von 0,9 bis 1,3 Prozent. Lead-Kampagnen mit Formular kosten laut derselben Auswertung eher 8 bis 18 Euro pro 1.000 Einblendungen. Die Kosten pro Kontakt liegen branchenübergreifend bei etwa 5 bis 50 Euro, eine eigene Spanne für das Handwerk gibt es dort nicht.
Beispielrechnung mit 500 Euro im Monat
Dieselbe Rechnung für beide Kanäle, mit Annahmen für die Quoten. Es sind Platzhalter, keine Messwerte:
| Schritt | Google Ads | Facebook und Instagram |
|---|
| Monatsbudget | 500 Euro | 500 Euro |
| Preis | 4,00 Euro pro Klick | 9 Euro pro 1.000 Einblendungen, Klickrate 1,1 Prozent, also rund 0,82 Euro pro Klick |
| Klicks | 125 | rund 611 |
| Anfragequote nach Klick | 5 Prozent | 2 Prozent |
| Anfragen | rund 6 | rund 12 |
| Kosten pro Anfrage | 80 Euro | rund 41 Euro |
| Abschlussquote der Anfragen | 30 Prozent | 15 Prozent |
| Aufträge | rund 1,9 | rund 1,8 |
| Kosten pro Auftrag | rund 267 Euro | rund 273 Euro |
Der Klick ist bei Facebook deutlich billiger, die Anfrage ebenfalls. Weil in dieser Annahme weniger Anfragen zum Auftrag werden, landen beide Kanäle bei den Kosten pro Auftrag fast gleichauf. Genau deshalb ist der Klickpreis die falsche Vergleichszahl. Ob Ihre Facebook-Anfragen wirklich schlechter oder besser abschließen, zeigt nur Ihre eigene Auswertung.
Kostenrechner: Google Ads gegen Facebook-Werbung
Tragen Sie Ihr Budget, Ihren Auftragswert und Ihre Quoten ein. Der Rechner zeigt sofort, was Anfragen und Aufträge in beiden Kanälen kosten würden. Wenn Sie Ihren Auftragswert nicht genau kennen, hilft der Anfragen-Aufträge-Rechner.
Kostenrechner: Google Ads gegen Facebook-Werbung
Google Ads
Klicks-
Anfragen-
Kosten pro Anfrage-
Aufträge-
Werbekosten in % vom Auftragswert-
-
Kosten pro Auftrag
Facebook und Instagram
Klicks-
Anfragen-
Kosten pro Anfrage-
Aufträge-
Werbekosten in % vom Auftragswert-
-
Kosten pro Auftrag
Die voreingestellten Werte sind Platzhalter aus Branchen-Richtwerten und Annahmen, keine Messwerte aus unseren Kampagnen. Tragen Sie Ihre eigenen Zahlen aus Google Ads, dem Meta-Werbeanzeigenmanager und Ihrer Angebotsverfolgung ein.
Welcher Kanal passt zu Ihrem Betrieb?
Die Antwort hängt davon ab, wie Ihre Kunden zu einer Entscheidung kommen. Eine Einschätzung nach Situation:
| Situation | Empfehlung | Warum |
|---|
| Notdienst, Reparatur, Störung | Google Ads zuerst | Kunden suchen genau jetzt und rufen einen der ersten passenden Betriebe an |
| Projekt mit Vorlauf (Bad, Photovoltaik, Terrassendach, Fenster) | beide testen, nacheinander | der Wunsch entsteht oft vor der Suche, Instagram und Facebook können ihn früh wecken |
| Mitarbeiter finden | Facebook und Instagram | Fachkräfte lassen sich im Feed erreichen, auch wenn sie nicht aktiv suchen |
| Budget unter etwa 300 Euro im Monat | ein Kanal, nicht beide | zu wenig Daten zum Lernen, wenn sich das Budget aufteilt |
Typische Fehler beim Vergleich
- Nach dem Klickpreis entscheiden: Vergleichen Sie Kosten pro Anfrage und pro Auftrag.
- Beide Kanäle mit kleinem Budget starten: Dann bekommt keiner genug Daten. Testen Sie lieber nacheinander.
- Anrufe nicht erfassen: Viele Handwerkskunden rufen an, statt ein Formular auszufüllen. Ohne Anrufmessung wirkt ein Kanal schlechter, als er ist.
- Keine passende Zielseite: Eine Anzeige ist nur so gut wie die Seite dahinter. Was eine Website kostet und leisten sollte, lesen Sie in Was kostet eine Website für Handwerker?.
- Anfragen zu spät beantworten: Rufen Sie neue Anfragen möglichst am selben Tag zurück.
Für Mitarbeitergewinnung über Instagram und Facebook zeigt Social Recruiting im Handwerk den Ablauf Schritt für Schritt.
Fazit: Erst rechnen, dann das Budget verteilen
Google Ads holt Kunden ab, die schon suchen. Facebook- und Instagram-Werbung weckt Interesse bei Menschen, die noch nicht suchen. Welcher Weg bei Ihnen weniger pro Auftrag kostet, entscheidet nicht der Klickpreis, sondern die Quote, mit der Anfragen zu Aufträgen werden. Starten Sie mit dem Kanal, der zu Ihrem Angebot passt, messen Sie Anfragen und Anrufe sauber und testen Sie den zweiten Kanal erst danach.
Wenn Sie Ihr Marketing auf mehrere Kanäle verteilen wollen, hilft ein Blick auf die eigene Strategie: Wie Sie eine Werbestrategie bauen, die im Handwerk zündet. Wer Anfragen lieber selbst aufbaut, statt sie über Portale zu kaufen, findet den Weg in Leads selbst generieren und im Vergleich Leadportale im Handwerk. Mehr Beiträge zum Thema gibt es unter Marketing und Kundengewinnung.