Leadportale wie Check24, MyHammer und Aroundhome verkaufen Handwerker-Anfragen in der Regel an mehrere Betriebe gleichzeitig und berechnen dafür zwischen 8 € und rund 120 € pro Anfrage – unabhängig davon, ob daraus später ein Auftrag wird. Dieser Vergleich ordnet die drei großen Portale aus Sicht eines Partnerbetriebs ein: wie sie abrechnen, wie exklusiv Anfragen vergeben werden und wann sich der Griff zum eigenen Marketing stattdessen lohnt.
Wie Leadportale abrechnen – das Grundprinzip
Die meisten Portale arbeiten mit einem von zwei Modellen: einer Pauschale pro weitergegebener Anfrage oder einem Kontaktkauf pro Ausschreibung. Bei Auftraggeber-Plattformen wie MyHammer kommt zusätzlich eine Provision auf den späteren Auftragswert hinzu. Entscheidend für die Betriebssicht ist vor allem eine dritte Frage: Wird die Anfrage exklusiv oder an mehrere Betriebe gleichzeitig vergeben? Bei Mehrfachvergabe sinkt die realistische Abschlusswahrscheinlichkeit pro gekauftem Lead spürbar, weil mehrere Betriebe um dieselbe Anfrage konkurrieren.
Was das für Ihre Kalkulation bedeutet
Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Handwerksbetriebe in Fachforen und Fachmedien führt bei Portalen mit Mehrfachvergabe oft nur ein kleiner Teil der eingekauften Anfragen tatsächlich zu einem Auftrag – die Gebühr fällt aber unabhängig davon an. Das verschiebt die eigentlich relevante Kennzahl: Nicht der Preis pro Anfrage entscheidet über die Wirtschaftlichkeit, sondern der Preis pro tatsächlichem Auftrag. Ein Portal mit niedrigerer Gebühr pro Lead kann in der Praxis teurer sein als ein Kanal mit höherer Gebühr, aber deutlich besserer Abschlussquote.
Wann lohnt sich ein Leadportal – und wann nicht?
Ein Leadportal kann sinnvoll sein, um kurzfristig Auslastung zu sichern oder einen neuen Betrieb ohne eigene Sichtbarkeit zu starten – hier zählt schnelle Verfügbarkeit mehr als Marge. Nachteilig wird es, wenn ein Betrieb dauerhaft auf mehrfach verkaufte Anfragen angewiesen bleibt, statt eigene, exklusive Anfragen aufzubauen: Die Provision fällt unabhängig vom Abschluss an, und mit steigendem Auftragsvolumen wächst auch die Portalgebühr proportional mit, statt wie bei eigenem Marketing pro Anfrage günstiger zu werden.
Die Alternative: Eigene Anfragen statt gekaufter Leads
Wie teuer gekaufte Leads in der Praxis werden können, zeigt ein reales Beispiel aus unserem Partnernetzwerk: Ein Betrieb aus dem Bereich Bauelemente investierte rund 84.000 € in verschiedene Leadportale und erhielt dafür 950 Anfragen, aus denen nur 42 Aufträge wurden.
Was eine eigene Anfrage über Google Ads oder Meta tatsächlich kostet und wie sich Leadportale grundsätzlich einordnen lassen, zeigt unsere „Was kostet Kundengewinnung im Handwerk? Echte Zahlen aus 16 Gewerken (2026)“.