Handwerker-Website erstellen: Anleitung in 8 Schritten
Sie wollen Ihre Handwerker-Website selbst erstellen? Diese Anleitung führt in acht Schritten von der Domain über Baukasten oder WordPress, Seitenplan, Texte und Fotos bis zum Anfrageformular und Livegang – mit klickbarem Zeitplan, Textvorlagen zum Kopieren, Livegang-Check und einem Rechner, der zeigt, was Selbermachen wirklich kostet.
Marvin Flenche
Eine Handwerker-Website selbst zu erstellen, ist heute keine Frage der Technik mehr. Mit einem Homepage-Baukasten klicken Sie eine erste Seite in wenigen Stunden zusammen. Der eigentliche Aufwand steckt woanders: in einer klaren Struktur, guten Texten, echten Fotos und einem Anfrageweg, der funktioniert. Genau daran scheitern die meisten selbst gebauten Seiten.
Diese Anleitung zeigt in acht Schritten, wie Sie Ihre Website so aufbauen, dass sie nicht nur online ist, sondern Anfragen bringt. Mit Zeitplan, Textvorlagen zum Kopieren, Livegang-Checkliste und einem Rechner, der zeigt, was Sie das Selbermachen wirklich kostet. Was eine gute Handwerker-Website grundsätzlich ausmacht, lesen Sie in unserem Leitfaden Handwerker-Website: Aufbau, Inhalte und Beispiele.
Bevor Sie starten: Zeitplan und Unterlagen
Planen Sie realistisch. Die Technik ist schnell erledigt, Texte und Fotos brauchen die meiste Zeit. Klicken Sie auf einen Schritt, um direkt hinzuspringen:
Legen Sie sich diese Unterlagen bereit, bevor Sie anfangen:
Startklar?
Ihre Unterlagen für den Website-Bau
bereit0 von 5
Alles da, los geht’s.
Starten Sie mit Schritt 1 und nehmen Sie sich für die Texte die meiste Zeit.
Schritt 1: Ziel und Einzugsgebiet festlegen
Bevor Sie über Farben nachdenken, beantworten Sie drei Fragen schriftlich. Kopieren Sie die Vorlage und füllen Sie die markierten Stellen aus:
Vorlage: Ziel Ihrer Website
Die Website soll pro Monat [Anzahl] Anfragen für [Leistung] ab [Auftragswert] Euro bringen. Wir wollen vor allem verkaufen: [Leistung 1], [Leistung 2], [Leistung 3]. Unser Einsatzgebiet: [Stadt / Landkreis / Umkreis in km]. Zusätzlich suchen wir: [z. B. zwei Gesellen pro Jahr].
Diese drei Antworten entscheiden über alles Weitere: welche Seiten Sie brauchen, welche Fotos Sie machen und wie Ihr Formular aussieht. Die Orte aus Ihrem Einsatzgebiet tauchen später in Texten und Seitentiteln auf.
Schritt 2: Domain und E-Mail einrichten
Die Domain ist Ihre Adresse im Netz. Gute Domains für Handwerksbetriebe sind kurz, leicht zu buchstabieren und enden auf .de:
Eine Domain voller Suchbegriffe bringt bei Google kaum Vorteile und wirkt unseriös. Umlaute sind technisch möglich, machen aber bei E-Mail-Adressen oft Probleme. Und die Domain muss auf Ihr Unternehmen laufen, damit sie Ihnen auch nach einem Dienstleisterwechsel gehört.
Schritt 3: Das passende Werkzeug wählen
Weg
Passt für
Vorteile
Nachteile
Homepage-Baukasten (z. B. IONOS, Jimdo, Wix)
Betriebe, die schnell und ohne Technikwissen starten wollen
einfach, Hosting inklusive, Vorlagen für Dienstleister
weniger flexibel, Umzug zu anderem Anbieter aufwendig
WordPress
Betriebe mit etwas Technikverständnis oder Unterstützung
sehr flexibel, viele Erweiterungen, Inhalte gehören Ihnen
Updates und Sicherheit liegen bei Ihnen
Erstellen lassen
Betriebe, deren Zeit auf der Baustelle mehr wert ist
professionelles Ergebnis, Pflege möglich
höhere Einmalkosten oder Monatsbeitrag
Achtung bei Aktionspreisen
Viele Baukästen locken mit Rabatten und Gratis-Domain, die nur 6 bis 12 Monate gelten. Achten Sie auf den Normalpreis, auf Server in der EU, deutschsprachigen Support und darauf, dass Sie Ihre Domain jederzeit mitnehmen können.
Skizzieren Sie Ihre Seiten, bevor Sie im Baukasten loslegen. Ein bewährter Plan für einen Betrieb mit vier Kernleistungen:
Startseite
LeistungenÜbersicht, darunter je eine eigene Seite
BadsanierungHeizungstauschWärmepumpeNotdienst
ReferenzenProjekte mit Fotos
Über unsTeam und Geschichte
KontaktFormular und Telefon
Karriere Bei Bedarfwenn Sie Personal suchen
Im Fußbereich jeder Seite: Impressum und Datenschutz
Halten Sie das Hauptmenü bei höchstens sechs Punkten. Leistungen, die nicht ins Menü passen, verlinken Sie von der Übersichtsseite aus.
Schritt 5: Texte schreiben, die verkaufen
Texte sind der größte Zeitfresser und der wichtigste Teil. Schreiben Sie so, wie Sie mit Kunden am Telefon sprechen: kurz, konkret, ohne Fachchinesisch. Diese drei Vorlagen können Sie kopieren und die markierten Stellen ersetzen.
Vorlage für die Startseite
Startseite
Überschrift: [Leistung] in [Ort] und Umgebung Unterzeile: [Ihr Unterschied, z. B. Meisterbetrieb mit 12 Mitarbeitern, Angebot innerhalb von 48 Stunden] Button: Kostenloses Angebot anfordern Darunter: drei bis vier Leistungen mit je einem Satz, drei Referenzprojekte, zwei Bewertungen, kurze Vorstellung des Teams.
Vorlage für eine Leistungsseite
Leistungsseite
1. Überschrift: [Leistung] in [Ort] 2. Das Problem Ihres Kunden in seinen Worten: [z. B. hohe Heizkosten, alte Ölheizung, Förderung unklar] 3. So gehen wir vor: [drei bis fünf Ablaufschritte vom Vor-Ort-Termin bis zur Abnahme] 4. Was den Preis bestimmt: [Preisfaktoren oder Preisrahmen] 5. Referenzen: [zwei bis drei Projekte mit Fotos] 6. Häufige Fragen: [drei bis fünf Fragen mit kurzen Antworten] 7. Abschluss: Jetzt unverbindlich anfragen
Vorlage für ein Referenzprojekt
Referenzprojekt
In [Ort] haben wir für [Kunde, anonym oder mit Zustimmung] [Leistung] umgesetzt. Ausgangslage: [Problem] Unsere Lösung: [Umsetzung] Dauer: [Arbeitstage] Ergebnis: [Nutzen für den Kunden]
Tipp aus der Praxis
Notieren Sie eine Woche lang alle Fragen, die Kunden am Telefon stellen. Daraus entstehen die besten Leistungstexte und FAQ-Bereiche, weil sie genau die Wörter enthalten, nach denen Ihre Kunden auch googeln.
KI-Werkzeuge wie ChatGPT können beim ersten Entwurf helfen. Prüfen Sie jeden Text aber auf Fakten und ergänzen Sie eigene Erfahrungen, Projekte und Zahlen. Austauschbare Texte überzeugen weder Kunden noch Google.
Kostenlose Potenzialanalyse
Wie viele Anfragen sind in Ihrer Region für Ihren Betrieb drin?
Ein aktuelles Smartphone reicht für gute Website-Fotos. Wichtiger als die Kamera sind diese Regeln:
1
Bei Tageslicht fotografieren
Baustelle vorher aufräumen, Kamera gerade halten, kein Blitz.
2
Vorher-nachher-Paare
Immer aus demselben Blickwinkel aufnehmen, das wirkt am stärksten.
3
Menschen zeigen
Team bei der Arbeit, Meister im Gespräch, die Werkstatt. Schriftliche Einwilligungen einholen.
4
Fotos verkleinern
1.600 bis 2.000 Pixel Breite im Format WebP reichen. Große Kamera-Dateien bremsen die Seite.
5
Sinnvoll benennen
Dateiname wie badsanierung-hannover-dusche.webp und Alternativtext wie „Bodengleiche Dusche nach Badsanierung in Hannover“.
6
Adressen unkenntlich machen
Hausnummern, Kennzeichen und Gesichter von Kunden gehören nicht ins Netz.
Schritt 7: Den Anfrageweg einrichten
Hier entscheidet sich, ob Ihre Website Arbeit bringt. Richten Sie diese fünf Bausteine ein:
Telefonnummer als Link
Damit sie auf dem Handy mit einem Tipp gewählt wird.
Kurzes Formular
Name, Telefon, PLZ, Leistung und Nachricht. Optional: Foto-Upload und gewünschter Zeitraum.
Danke-Seite mit Zeitangabe
Zum Beispiel: „Wir melden uns werktags innerhalb von 24 Stunden.“
Feste Zuständigkeit
Ein Postfach, das täglich gelesen wird, und eine Person, die zurückruft.
Einfache Zählung
Wie viele Anfragen kommen pro Monat über das Formular, wie viele Anrufer sagen „Ich habe Sie im Internet gefunden“?
Testen Sie das Formular mit einer Probeanfrage vom Handy. Erstaunlich viele Formulare laufen seit Monaten ins Leere, ohne dass es jemand merkt.
Schritt 8: Rechtliches, Test und Livegang
Gehen Sie vor dem Livegang diese Liste durch. Ihr Fortschritt wird in diesem Browser gespeichert:
Livegang-Check
Bereit für den Start?
erledigt0 von 8
Noch nicht ganz.
Gehen Sie die offenen Punkte durch, bevor Sie live gehen. Was rechtlich genau gilt, zeigt der Artikel Rechtssichere Handwerker-Website.
Bereit für den Livegang.
Melden Sie die Website nach dem Start in der Google Search Console an, reichen Sie die Sitemap ein und tragen Sie die Adresse in Ihr Google-Unternehmensprofil ein.
Nach dem Start: 30 Minuten im Monat
Eine Website ist nie fertig. Planen Sie einen festen Termin pro Monat ein:
Neues Referenzprojekt
Ein abgeschlossenes Projekt mit Fotos und drei Sätzen einstellen.
Bewertungen pflegen
Neue Google-Bewertungen beantworten und auf der Website zeigen.
Aktualität prüfen
Öffnungszeiten, Stellenanzeigen und Ansprechpartner kontrollieren.
Anfragen zählen
Mit dem Vormonat vergleichen und sehen, welche Seiten wirken.
Technik
Bei WordPress: Updates einspielen und das Backup prüfen.
Eine Seite verbessern
Jeden Monat eine Leistungsseite um Fotos, Fragen oder Preisinfos ergänzen.
Rechner: Was kostet Sie das Selbermachen wirklich?
Ein Baukasten kostet wenig Geld, aber viel Zeit. Und Zeit am Rechner ist Zeit, in der Sie keine Aufträge abarbeiten. Tragen Sie Ihre Werte ein:
Rechner
Selbermachen über drei Jahre
Annahmen: Baukasten für 30 Euro im Monat, danach 30 Minuten Pflege im Monat.
Wert Ihrer Arbeitszeit für den Aufbau–Stunden × Stundensatz
Selbermachen über 3 Jahre–inkl. 1.080 € Baukasten und – Stunden Arbeit
Zum Vergleich: Ein Website-Abo mit Pflege kostet über drei Jahre zum Beispiel – (A&M: 100 Euro im Monat). Selbermachen kostet Sie damit rund ––.
Die 6 häufigsten Fehler beim Selbermachen
1
Mit dem Design anfangen
Erst Struktur und Texte, dann die Vorlage.
2
Zu viele Leistungen auf einer Seite
Lieber vier starke Leistungsseiten als eine lange Liste.
3
Domain auf den falschen Namen
Bei Streit oder Wechsel gehört sie dann nicht Ihnen.
4
Rechtstexte kopiert
Fremde Texte passen selten zu Ihren Diensten und sind oft urheberrechtlich geschützt.
5
Nie auf dem Handy getestet
Am Computer sieht alles gut aus, auf dem Smartphone verrutscht das Formular.
6
Nach dem Livegang vergessen
Stellenanzeigen von vorletztem Jahr kosten Vertrauen.
Fazit: Selbst bauen lohnt sich, wenn Sie Zeit für Inhalte haben
Technisch ist eine Handwerker-Website schnell erstellt. Den Unterschied machen Ziel, Struktur, Texte, Fotos und ein funktionierender Anfrageweg. Wenn Sie dafür 20 bis 40 Stunden und danach eine halbe Stunde im Monat einplanen können, kommen Sie mit einem Baukasten gut ans Ziel. Wenn nicht, ist eine betreute Lösung oft die günstigere Rechnung. Den großen Überblick mit Beispielen und Checkliste finden Sie im Leitfaden Handwerker-Website.
Keine Zeit für 30 Stunden Website-Bau?
Wir erstellen Ihnen einen kostenfreien Entwurf. Erst ansehen, dann entscheiden.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich als Handwerker meine Website selbst erstellen?
Ja. Mit einem Homepage-Baukasten wie Jimdo, Wix oder IONOS brauchen Sie keine Programmierkenntnisse. Planen Sie aber realistisch 20 bis 40 Stunden für Struktur, Texte, Fotos, Rechtstexte und Tests ein, plus regelmäßige Pflege. Wer diese Zeit nicht hat oder planbar Anfragen braucht, fährt mit einer betreuten Lösung oft günstiger.
Wie lange dauert es, eine Handwerker-Website zu erstellen?
Mit Baukasten und vorbereiteten Inhalten ist eine einfache Website in zwei bis drei Wochenenden fertig. Der größte Zeitfresser sind fast immer Texte und Fotos, nicht die Technik. Bei einer Agentur rechnen Sie je nach Umfang mit zwei bis acht Wochen, wobei Ihre Zuarbeit das Tempo bestimmt.
Welcher Homepage-Baukasten eignet sich für Handwerker?
Für Handwerker eignen sich Baukästen mit Servern in der EU, deutschsprachigem Support, guten Vorlagen für Dienstleister und einfacher Formular-Funktion, zum Beispiel IONOS, Jimdo oder Wix. Wichtiger als der Anbieter ist, dass Sie Domain und Inhalte später mitnehmen können und die Seite auf dem Handy schnell lädt.
Welche Domain sollte ein Handwerksbetrieb wählen?
Am besten eine kurze .de-Domain mit Ihrem Firmennamen, die man am Telefon buchstabieren kann. Ein Ortsname oder Gewerk in der Domain bringt für Google kaum Vorteile, kann aber helfen, wenn Ihr Firmenname sehr allgemein ist. Registrieren Sie die Domain auf Ihren Betrieb, nicht auf den Dienstleister.
Was muss ich nach dem Livegang meiner Website tun?
Melden Sie die Website in der Google Search Console an und reichen Sie die Sitemap ein, verlinken Sie sie im Google-Unternehmensprofil, testen Sie Formular und Telefon-Link auf dem Handy und prüfen Sie, ob Anfragen zuverlässig ankommen. Danach reicht meist eine halbe Stunde im Monat für neue Referenzen, aktuelle Fotos und kleine Korrekturen.