Ein Kunde, der „Heizung fällt aus“ oder „Dachdecker in der Nähe“ in Google tippt, hat ein Problem und sucht jetzt jemanden, der es löst. Genau in diesem Moment können Sie mit Google Ads für Handwerker ganz oben stehen. Sie zahlen nur, wenn jemand klickt.
Klingt einfach. In der Praxis verbrennen viele Betriebe mit Google Ads aber Geld: Klicks von Jobsuchenden, Anzeigen im falschen Umkreis, keine Messung, welche Klicks zu Anfragen führen. Dieser Leitfaden zeigt, was Google Ads im Handwerk kostet, wie Sie eine lokale Kampagne sauber aufsetzen und welche Fehler Sie vermeiden. Er gehört zu unserem Überblick Marketing für Handwerker, der alle Kanäle vergleicht.
Lohnt sich Google Ads für Handwerksbetriebe?
Google Ads holt vorhandene Nachfrage ab. Die Menschen suchen schon nach Ihrer Leistung, Sie müssen nur gefunden werden. Das passt besonders gut zu:
- Akutem Bedarf: Rohrbruch, Heizungsausfall, Sturmschaden. Wer sucht, will schnell eine Lösung.
- Klar benannten Leistungen: „Badsanierung Hannover“, „Wärmepumpe einbauen lassen“. Hier sagt der Suchbegriff schon, was der Kunde will.
- Regionalen Angeboten: Sie steuern genau, in welchem Umkreis Ihre Anzeigen erscheinen.
Schwieriger wird es, wenn kaum jemand nach Ihrer Leistung sucht, weil viele Kunden noch gar nicht wissen, dass sie zum Beispiel ein Terrassendach wollen. Dann müssen Sie Nachfrage erst wecken, etwa über Facebook und Instagram. Wie beide Kanäle zusammenspielen, lesen Sie in unserem Beitrag zur Werbestrategie im Handwerk.
Was kostet Google Ads für Handwerker?
Google Ads funktioniert als Auktion. Bei jeder Suche entscheidet Google, welche Anzeigen erscheinen und in welcher Reihenfolge. Dabei zählen Ihr Gebot, die Qualität Ihrer Anzeige und Ihrer Zielseite sowie der Kontext der Suche. Sie zahlen pro Klick, und zwar oft weniger als Ihr Maximalgebot.
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:
| Kennzahl | Wert | Quelle / Hinweis |
|---|
| Klickpreis Handwerksbegriffe | 1,50 bis 8 Euro pro Klick | Agentur-Auswertungen 2026, Google veröffentlicht keine Werte je Gewerk |
| Testbudget für den Start | 400 bis 1.200 Euro im Monat | Angaben vieler Agenturen, Google nennt kein Mindestbudget |
| Abrechnung Suchanzeigen | pro Klick | Auktion, oft weniger als das Maximalgebot |
| Lokale Dienstleistungsanzeigen | pro relevanter Anfrage | Ungültige Anfragen schreibt Google meist innerhalb von 30 Tagen gut |
Klickpreise im Handwerk
Google selbst veröffentlicht keine Klickpreise je Gewerk. Agentur-Auswertungen für 2026 nennen für Handwerksbegriffe meist 1,50 bis 8 Euro pro Klick. Günstiger sind tendenziell Maler- und Gartenbaubegriffe, teurer Dach-, Heizungs- und Sanitärbegriffe. In Großstädten und bei viel Wettbewerb liegen die Preise höher. Verlässliche Werte für Ihre eigenen Suchbegriffe liefert der Keyword-Planer in Ihrem Google-Ads-Konto.
Welches Budget brauchen Sie?
Google nennt kein festes Mindestbudget. Sie legen ein durchschnittliches Tagesbudget fest. An einzelnen Tagen kann Google bis zum Doppelten ausgeben, im Monat aber höchstens das 30,4-Fache des Tagesbudgets. Für einen ersten Test nennen viele Agenturen 400 bis 1.200 Euro im Monat.
Rechnen Sie Ihr Budget lieber rückwärts von den Anfragen, die Sie brauchen. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten:
- Klickpreis: 4 Euro
- Von 100 Besuchern stellen 5 eine Anfrage (5 Prozent)
- Monatsbudget: 600 Euro
Das ergibt 150 Klicks und rund 7 bis 8 Anfragen, also gut 80 Euro pro Anfrage. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie viele Anfragen Sie zu Aufträgen machen und was ein Auftrag einbringt. Ihre eigenen Zahlen spielen Sie im Anfragen- und Auftragsrechner durch.
Lokale Dienstleistungsanzeigen: Zahlen pro Anfrage statt pro Klick
Neben klassischen Suchanzeigen gibt es die lokalen Dienstleistungsanzeigen (Local Services Ads). Sie sind auch in Deutschland verfügbar und erscheinen oberhalb der normalen Suchergebnisse, mit Name, Bewertung und Kennzeichnung „Von Google verifiziert“. Der Unterschied: Sie zahlen nicht pro Klick, sondern nur für relevante Anfragen. Ungültige Anfragen schreibt Google gut, meist innerhalb von 30 Tagen.
Bevor Ihre Anzeigen laufen, prüft Google Ihr Unternehmen. Für Gewerke wie Elektriker, Klempner oder Dachdecker gehören dazu eine Unternehmensprüfung und der Nachweis einer Betriebshaftpflichtversicherung. Als Gewerbenachweis akzeptiert Google in Deutschland zum Beispiel die Gewerbeanmeldung, die Handelsregisternummer oder den Bescheid über die USt-IdNr. Die Prüfung dauert etwa drei bis vier Wochen. Welche Kategorien in Ihrer Region buchbar sind, zeigt die Verfügbarkeitsprüfung bei Google.
Google-Ads-Konto gesperrt: Gründe und Einspruch
Wird Ihr Google-Ads-Werbekonto gesperrt, laufen alle Anzeigen sofort nicht mehr. Die häufigsten Gründe laut Google:
- Abrechnung und Zahlungen: verdächtige Zahlungen, Rückbuchungen, offene Beträge
- Richtlinienverstöße: Meist gibt es bis zu drei Verwarnungen. Schwere Verstöße wie „Umgehung von Systemen“ oder „Inakzeptable Geschäftspraktiken“ führen ohne Vorwarnung zur Sperre.
- Nicht autorisierte Kontoaktivität, etwa wenn Fremde Zugriff auf Ihr Konto hatten
So legen Sie Einspruch ein:
- Klicken Sie in Ihrem Konto in der Benachrichtigung oben auf „Kontakt“.
- Füllen Sie das Einspruchsformular aus. Bei Zahlungsgründen bestätigen Sie gegebenenfalls Ihre Zahlungsmethode, manchmal verlangt Google zuerst die Überprüfung als Werbetreibender.
- Der Status lautet dann „Einspruch ausstehend“.
- Das Ergebnis kommt per E-Mail. Wird der Einspruch abgelehnt, können Sie erneut Einspruch einlegen.
Wichtig: Pro Sperrung gibt es einen Einspruch, und zwar für jedes Konto einzeln. Legen Sie kein neues Konto an, um die Sperre zu umgehen. Genau das wertet Google als „Umgehung von Systemen“. Wie Sie bei einer Sperre im Meta-Werbekonto vorgehen, lesen Sie in unserem Beitrag Facebook-Werbekonto gesperrt.
Fazit: Google Ads bringt Kunden, die schon suchen
Google Ads ist für Handwerksbetriebe stark, wenn Kunden aktiv nach Ihrer Leistung suchen. Entscheidend sind nicht möglichst viele Klicks, sondern die richtigen: passende Keywords, ein enger Umkreis, saubere Ausschlüsse und eine Messung, die zeigt, welche Klicks zu Anfragen werden.
So starten Sie heute
- Prüfen Sie im Keyword-Planer, wie oft in Ihrer Region nach Ihren zwei wichtigsten Leistungen gesucht wird und was ein Klick kostet.
- Rechnen Sie aus, wie viele Anfragen Sie für Ihr Auftragsziel brauchen, und leiten Sie daraus Ihr Budget ab.
- Starten Sie mit einer Suchkampagne, Conversion-Tracking und einer passenden Zielseite.
Wenn Sie wissen wollen, ob Google Ads, Meta oder eine Kombination für Ihr Gewerk mehr Anfragen bringt: Seit 2018 arbeiten wir ausschließlich mit Handwerksbetrieben rund ums Haus und haben über 800 Betriebe betreut. Wie Sie unabhängig von Portalen an eigene Anfragen kommen, zeigt unser Beitrag Leads selbst generieren. Warum Portale oft mehr kosten als sie bringen, zeigt der Vergleich Leadportale im Handwerk. Alle Kanäle im Überblick finden Sie bei Kundengewinnung im Handwerk.