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Marketing
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October 7, 2026

Leadportale für Elektrobetriebe: Segen oder teures Grab für Ihr Marketing-Budget?

Das Auftragsbuch könnte voller sein, also melden sich viele Betriebe bei einem Vermittlungsportal an. Am Anfang kommen Anfragen, nach ein paar Monaten folgt die Ernüchterung: steigende Preise, geteilte Kontakte, Interessenten, die nur den Preis vergleichen. Dieser Beitrag zeigt, ob sich Leadportale für Elektrobetriebe noch lohnen oder ob eigene Anfragen der bessere Weg sind.

Porträtfoto von Marvin Flenche, A&M Unternehmerberatung
Marvin Flenche
Symbolbild Entscheidungsfindung mit Holzfiguren: Leadportale für Elektrobetriebe abwägen
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Wie das Geschäft mit den Leads für Elektrobetriebe wirklich funktioniert

Man muss verstehen, wie diese Portale ticken. Ein Leadportal verdient sein Geld nicht damit, dass Sie einen Auftrag abschließen, sondern damit, dass es Anfragen möglichst günstig einkauft und so teuer wie möglich an so viele Betriebe wie möglich weiterverkauft. Im Elektrohandwerk heißt das: Sie beraten zur Wallbox oder Modernisierung, und der Kunde vergleicht am Ende nur die Pauschale und beauftragt den Günstigsten.

Früher war das Modell für viele Handwerker noch lukrativ, damals war man oft einer von drei Anbietern. Heute sieht die Welt anders aus:

  • Lockangebote: Portale werben oft mit Schnäppchen und Gratis-Versprechen. Das lockt Leute an, die eigentlich kaum Geld ausgeben wollen.
  • Mehrfachvergabe: Ein einziger Kontakt wird teilweise an fünf bis zehn Betriebe gleichzeitig verkauft. Wer da nicht innerhalb von zwei Minuten zum Hörer greift, hat schon verloren.
  • Markenaufbau für andere: Mit jedem Euro, den Sie dort ausgeben, stärken Sie die Marke des Portals, nicht Ihren eigenen Ruf in der Region.
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Wann machen Portale für Elektrobetriebe trotzdem Sinn?

Trotz aller Kritik gibt es eine Ausnahme: Wenn Sie der Billigste am Markt sind. Wenn Ihr Betrieb darauf ausgelegt ist, Standardinstallationen in großen Mengen zu Tiefpreisen durchzuschleusen, kann ein Portal ein guter Kanal sein, denn der Kunde dort sucht meistens genau den Preisvergleich. Wenn Sie im mittleren oder gehobenen Segment arbeiten, als Familienbetrieb Wert auf Qualität legen und individuell beraten, ziehen Sie im Preisvergleich der Portale fast immer den Kürzeren.

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Der bessere Weg: Die eigene Region beackern

Die Menschen wollen eigentlich den regionalen Handwerker: jemanden, dessen Wagen sie morgens beim Bäcker sehen und bei dem sie wissen, wo das Büro ist. Wenn Sie eigene Werbung unter Ihrem Firmennamen schalten, hat das klare Vorteile:

  • Exklusivität: Die Anfrage landet nur bei Ihnen. Kein Wettrennen mit zehn anderen Betrieben.
  • Planbare Kosten: Portale rechnen je nach Branche etwa 8 bis 120 Euro pro Anfrage ab. Eigene, exklusive Anfragen kosten laut A&M über alle Gewerke hinweg zwischen 25 und 200 Euro pro qualifizierter Anfrage. Mehr dazu in der Kosten-Pillar zur Kundengewinnung.
  • Vertrauensvorschuss: Der Kunde sieht Ihre Firma, Ihr Logo und Ihr Team, zum Beispiel bei Wallbox-, Zählerschrank- und Smart-Home-Projekten. Das zahlt auf Ihr „Markenkonto“ ein, und der Kunde will zu Ihnen, nicht nur irgendein Angebot.

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Checkliste: Portal oder eigene Werbung?

Überlegen Sie kurz, wo Ihr Betrieb heute steht:

  • Sind Sie bei Standardinstallationen Preisführer? (Dann kann ein Portal passen.)
  • Bieten Sie Qualität und individuelle Beratung? (Dann ist eigene Werbung Pflicht.)
  • Wollen Sie unabhängig sein? (Eigene Werbung macht Sie frei von den Preissteigerungen der Portale.)
  • Soll man Ihre Firma in zehn Jahren noch kennen? (Dann investieren Sie in Ihre eigene Marke.)
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Fazit

Leadportale haben ihre Berechtigung für „Discount-Handwerker“. Für den klassischen, qualitätsbewussten Fachbetrieb sind sie oft eine teure Sackgasse, die zu viel Zeit im Vertrieb frisst. Wer langfristig wachsen und gute Preise durchsetzen will, muss sich als regionaler Experte positionieren. Das sorgt nicht nur für bessere Kunden, sondern macht Sie auch als Arbeitgeber interessanter. Passende Artikel und Werkzeuge für Ihr Gewerk finden Sie im Branchen-Hub für Elektrobetriebe.

Rechner: Was kostet ein gewonnener Auftrag über ein Portal und was über eigene Anfragen? Mit dem Rechner „Leadportal oder eigene Anfragen?“ rechnen Sie es mit Ihren eigenen Zahlen nach.

Häufig gestellte Fragen

Für welche Handwerksbetriebe können Leadportale trotzdem sinnvoll sein?
Leadportale eignen sich vor allem für Start-ups, die schnell ihren ersten Auftrag brauchen, für kurzfristige Lücken im Montagekalender oder für Betriebe, die hauptsächlich über den günstigsten Preis verkaufen und wenig Wert auf Markenaufbau legen.
Sind Leadportale günstiger als eigenes Marketing?
Auf den ersten Blick ja, weil nur pro Anfrage abgerechnet wird. Da dieselbe Anfrage aber oft mehrfach verkauft wird, ist die effektive Kosten-pro-Auftrag-Rechnung häufig ungünstiger als bei exklusiven eigenen Anfragen.
Was kostet ein Lead im Handwerk durchschnittlich?
Ein qualifizierter Lead kostet je nach Gewerk und Kanal zwischen 25 € und 200 €.
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